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VolkswagenStiftung fördert Wirkstoffentwicklung gegen das Coronavirus

30.06.2021 13:13
Die VolkswagenStiftung stärkt die anwendungsorientierte Wirkstoffforschung in Deutschland mit rund 7 Mio. Euro: Sie fördert 12 Projekte, die antivirale Therapeutika gegen SARS-CoV-2 und weitere wenig erforschte Viren entwickeln.

Die Coronavirus-Pandemie fordert die Weltgesellschaft heraus. Es geht nicht nur darum, Milliarden Menschen zu impfen. Dringend gesucht werden auch antivirale Wirkstoffe, um an COVID-19 Erkrankte behandeln zu können. Die Stiftung hat auf die Krise hat bereits 2020 eine neue Förderinitiative eingerichtet: "Virale Zoonosen ‒ Innovative Ansätze in der Wirkstoffentwicklung". Das Ziel: Innovative Therapeutika, die gegen virale Krankheitserreger wirken, die vom Tier auf den Menschen überspringen.

"Wir freuen uns über die hohe Qualität der Forschungsprojekte, die jetzt unmittelbar starten werden. Das große Interesse der Unternehmenspartner bestärkt die Erwartung, dass die Forschungsergebnisse ihren Weg in die Anwendung finden werden. Das lässt auf die schnelle Entwicklung von neuartigen Therapeutika hoffen", sagt Dr. Georg Schütte, Generalsekretär der VolkswagenStiftung. "Mit der Förderung geben wir jetzt gezielt einen Impuls für eine breit aufgestellte Virologie und Wirkstoffforschung an deutschen Universitäten – auch mit Blick auf potentielle zukünftige Pandemien."

Die nun geförderten Ansätze mussten nach Angaben der Stiftung bereits bei der Antragstellung ein erkennbares Anwendungspotenzial nachweisen und das Interesse eines Unternehmens geweckt haben. 10 der 12 bewilligten Projekte arbeiten an Therapeutika gegen SARS-CoV-2. Bei einem erfolgreichen Projektverlauf nach den ersten drei Jahren können die Forschenden sich um eine Fortsetzung der Förderung bemühen und bis zu 1 Mio. Euro für weitere zwei Jahre gemeinsam mit einem Unternehmen beantragen.


Die aktuell bewilligten Projekte:

  • Dr. Patrick Behrendt, TWINCORE Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung GmbH; Prof. Dr. Heiner Wedemeyer, Medizinische Hochschule Hannover; Prof. Dr. Thomas Krey, Universität Lübeck: ”Pan-genotypic neutralizing human monoclonal antibodies with enhanced effector function as therapeutic option for Hepatitis E virus infection
  • Prof. Dr. Matthias Dobbelstein, Universität Göttingen, Prof. Dr. Dirk Görlich, Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Göttingen: ”Camelid-derived nanobodies to neutralize SARS-CoV-2 and future pandemic coronaviruses for therapy and post-exposure prophylaxis
  • Dr. Nils Gassen, Universitätsklinikum Bonn; Priv.-Doz. Dr. Marcel Müller, Charité – Universitätsmedizin Berlin: ”Prophylactic autophagy-inducing therapies to tackle coronaviruses (ProATTaC)
  • Prof. Dr. Christian Klein, Universität Heidelberg: ”Preclinical development of antiviral protease inhibitors targeting flavi- and coronaviruses
  • Dr. Simon Krooss, Prof. Dr. Michael Ott, Priv.-Doz. Dr. Jens Bohne, Medizinische Hochschule Hannover; Prof. Dr. Ulrich Kalinke, TWINCORE, Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung GmbH: ”Programmable RNA nuclease mediated destruction of SARS-CoV-2 RNA to prevent replication and spread (‘PRiMeD COVID’)
  • Priv.-Doz. Dr. Philipp Mergenthaler, Charité – Universitätsmedizin Berlin; Dr. Marc Nazaré, Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie: ”Discovery of therapeutics for treating neurological complications of Central Nervous System SARS-CoV-2 infection
  • Prof. Dr. Olivia Merkel, Universität München; Dr. Gerald Burgstaller, Helmholtz Zentrum München ‒ Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt GmbH; Dr. Thomas Michler, Technische Universität München: "Development of an inhalable small interfering RNA therapy for betacoronaviruses with potential for human transmission"
  • Prof. Dr. Christa Müller, Prof. Dr. Michael Gütschow, Universität Bonn: ”PROTACs targeting Mpro: Chemical knockout of SARS-CoV-2 main protease and proteases of related viruses as efficient virustatic therapy (COOP)
  • Prof. Dr. Giulia Rossetti, Forschungszentrum Jülich GmbH; Prof. Dr. Stefan Knapp, Universitätsklinikum Frankfurt; Prof. Dr. Bernhard Lüscher, RWTH Aachen, Dr. Patricia Korn, Uniklinik RWTH Aachen; Prof. Dr. Andreas Gerhard Ladurner, Universität München: ”SARS-CoV-2 non-structural protein nsP3 macrodomain and viral replication: functional characterization and inhibitor screening"
  • Prof. Dr. Günther Schönrich, Charité – Universitätsmedizin Berlin; Prof. Dr. Stefan Dübel, Technische Universität Braunschweig: ”Novel strategies for treatment of hantavirus-associated human diseases
  • Prof. Dr. Norbert Sträter, Prof. Dr. Ralf Hoffmann, Prof. Dr. Jens Meiler, Universität Leipzig: ”Peptide-based crystallographic fragment screening for fast and efficient discovery of lead structures against zoonotic viral diseases