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DGOP fordert Ende der Mangelversorgung

27.11.2019 14:26
Arzneimittelengpässe sind derzeit ein Top-Thema in Deutschland und Europa. Drei Maßnahmen könnten nach Einschätzung der Deutsche Gesellschaft für onkologische Pharmazie (DGOP) die Versorgungssicherheit der Bevölkerung erheblich verbessern. Die DGOP dringt auf ihre Umsetzung.

Die Mangelversorgung mit Medikamenten ist kein neues Phänomen. Bereits vor sieben Jahren gab es erhebliche Lieferengpässe bei Onkologika, so etwa bei Arzneimitteln mit dem Wirkstoff 5- Fluorouracil. Mehr als 100.000 Darmkrebspatienten waren vor allem davon betroffen. Seit Jahren fordert die DGOP daher die Mangelversorgung der Bevölkerung zu beenden. „Es ist höchste Zeit den Problembeschreibungen Taten folgen zu lassen“, sagt Klaus Meier, Präsident der DGOP.

 

Schon im Jahr 2012 hat die DGOP beim Bundesministerium für Gesundheit(BMG) auf die Versorgungsnöte hingewiesen. Alle Verbände der Ärzte- und Apothekerschaft haben diese Initiative unterstützt. Im Mai 2017 präsentierte die Europäische Gesellschaft für Onkologische Pharmazie (ESOP) zusammen mit der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO) dem Europaparlament in Straßburg Mindestforderungen zur Sicherstellung der Versorgung mit Arzneimitteln in Europa.

 

Aus Sicht der DGOP lauten die wichtigsten Forderungen:

 

1. Obligatorische und frühzeitige Meldepflicht von möglichen Lieferengpässen durch die Hersteller

 

2. Auswahl von mindestens zwei Produzenten bei der Ausschreibung gleicher Wirkstoffe

 

3. Wer in Europa verkaufen will, sollte auch in Europa produzieren.

 

Am 17. April 2019 haben 20 Abgeordnete des Europäischen Parlaments der ALDE (Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa), EPP (Europäische Volkspartei) und S&D (Progressive Allianz der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament) diese Forderungen in einem Brief an die Europäische Kommission noch einmal aufgegriffen. Bis zum heutigen Tag sind sie nicht umgesetzt, obwohl damit ein wichtiger Beitrag zur Versorgungssicherheit der Patienten geleistet würde.

 

„Solange Rabattverträge der Krankenkassen mit einzelnen Arzneimittelherstellern und das Preisdiktat der Industrie bei neu eingeführten Arzneimitteln die einzige Antwort auf gesellschaftlich vertretbare Preise zu sein scheinen, solange werden wir die Sicherheit der Versorgung von Patienten nicht umfänglich sicherstellen können. Ein grundsätzliches Umdenken in der Gesundheitspolitik und die Umsetzung unserer Mindestforderungen sind notwendig. Der Patient muss im Mittelpunkt unseres Handelns stehen“, sagt Meier.

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