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Europaweite Studie zur COVID-19-Pandemie gestartet

03.04.2020 15:51
Wie ist die Einstellung der Menschen in Europa zu COVID-19 und den damit verbundenen Risiken und Präventionsmaßnahmen? Mit dieser Fragestellung ist nun eine repräsentative Befragung von 7.000 Personen in Deutschland, Dänemark, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Portugal und dem Vereinigten Königreich gestartet.

Die Studie steht unter der Leitung des Hamburg Center for Health Economics (HCHE) der Universität Hamburg und ist die bislang einzige Studie, die evidenzbasiert im Längsschnitt die Einstellungen zu sowie die Akzeptanz von Präventionsmaßnahmen in mehreren Ländern Europas untersucht. Die Universität Hamburg fördert das Projekt aus Mitteln der Exzellenzstrategie. Erste Ergebnisse werden bereits um den 17. April 2020 erwartet.

 

Die Befragung erfolgt online und in drei Wellen: in diesen Tagen, dann wieder in vier und in acht Wochen. „Jede der drei Befragungswellen wird weitere Erkenntnisse darüber bringen, wie die Europäerinnen und Europäer mit der Bedrohung durch das Virus umgehen. Sie wird uns helfen, zu verstehen, wie sich die Risikobereitschaft der Menschen über die Zeit verändert und ob es zu einer Ermüdung kommt, je länger die Beschränkungen des öffentlichen Lebens gelten“, sagt Prof. Dr. Jonas Schreyögg, wissenschaftlicher Direktor am HCHE.

 

Zusätzlich werden Fragen nach einer generellen Impfbereitschaft gestellt sowie nach der Bereitschaft, für eine Impfung zu zahlen. Überprüft werden soll auch, ob es von objektiven (Gesundheitszustand und Alter) und subjektiven Risikofaktoren abhängt, inwieweit Menschen gewillt sind, auf einen Impfstoff zu warten. „Auch hier erwarten wir länderspezifische Unterschiede, schließlich ist jedes Land anders vom Virus betroffen. Außerdem treffen verschiedene Mentalitäten und unterschiedliche Reaktionen auf gesellschaftliche Ausnahmezustände aufeinander“, erklärt Sebastian Neumann, wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Hamburg und Rotterdam.

 

Aktuell arbeiten die Behörden gegen Falschinformationen und Verschwörungstheorien zu COVID-19 an. Solche Fehlinformationen können den Bemühungen der Gesundheitsbehörden, den Ausbruch einzudämmen, entgegenwirken. Daher wird in der Befragung getestet, welche Botschaften zur Prävention und zur Aufklärung am besten geeignet sind. Ziel ist es, herauszufinden, wie sich die Risikowahrnehmung und das Verhalten der Menschen je nach Informationsbereitstellung und -aufbereitung verändern. Schließlich ist es wichtig, Maßnahmen gegen das Coronavirus so zu gestalten, dass die Bereitschaft der Bevölkerung, diesen Folge zu leisten, maximiert wird – auch über einen längeren Zeitraum hinweg.

 

Die Befragung erfolgt als Kooperationsprojekt der Universitäten Nova School of Business and Economics (Portugal), Bocconi University (Italien), Erasmus University Rotterdam (Niederlande) unter der Leitung des Hamburg Center for Health Economics der Universität Hamburg.

 



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