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WIP: PKV bleibt Innovationsmotor bei Arzneimitteln

24.11.2020 18:57
Die neuesten Daten zur Arzneimittelversorgung in Deutschland zeigen starke Unterschiede in der Nutzung von innovativen Medikamenten, so das Wissenschaftlichen Institut der PKV (WIP). So sei jedes vierte verordnete Arzneimittel (27,2 %) bei Privatversicherten ein patentgeschütztes Präparat, während in der Gesetzlichen Krankenversicherung dieser Anteil deutlich niedriger ausfalle (6,6 %). Dafür erhielten gesetzliche Versicherte in rund 8 von 10 Verordnungen ein Generikapräparat, während dies bei Privatversicherten nur rund 4 von 10 Verordnungen betreffe.

Diese Differenzen seien die Folge der vielfältigen Steuerungsinstrumente der GKV zur Kostendämpfung. Die Rolle der Privaten Krankenversicherung als Innovationsmotor erweise sich auch bei weiteren Detailanalysen.

Der Blick auf die jüngeren Generationen neuer Medikamente, die in den Jahren 2012 bis 2018 den AMNOG-Prozess durchliefen, zeige höhere Verordnungszahlen in der PKV. Hier liege der durchschnittliche Marktanteil auch vier Jahre nach der Einführung immer noch bei 13,6 Prozent, also deutlich über dem Anteil der Privatversicherten an der Bevölkerung (11 %).

Trotz aller Unterschiede ergänzten sich PKV und GKV in ihren Funktionen und begründeten zusammen einen attraktiven pharmazeutischen Markt, so das WIP. Im internationalen Vergleich von Krebsmedikamenten zeige sich, dass hierzulande die meisten neuen Präparate in kürzester Zeit für die Versorgung verfügbar seien, was eine hohe Versorgungsqualität für alle in Deutschland lebenden Menschen bedeute. Im Durchschnitt sei ein neues onkologisches Präparat bereits 82 Tage nach der europäischen Zulassung auf dem deutschen Markt verfügbar, im EU-Durchschnitt dauere das 445 Tage.

Die Analyse basiert auf Arzneimittelabrechnungsdaten von PKV-Unternehmen, die 86 Prozent des PKV-Marktes repräsentieren, sowie auf Daten des GKV-Arzneiverordnungs-Reports und von Insight Health. Die WIP-Studie „Arzneimittelversorgung der Privatversicherten 2020, Zahlen, Analysen, PKV-GKV-Vergleich“ ist bei der Medizinisch-Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft erschienen und im Buchhandel sowie auch als E-Book erhältlich.

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