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Editorial

Fortschritt durch Innovationskraft und Mut zu Veränderungen

Es ist inzwischen ein Jahr her, dass die Ampel-Regierung ihren Koalitionsvertrag mit dem programmatischen Titel „Mehr Fortschritt wagen“ präsentiert hat. Dass nicht alle bereits verabschiedeten oder auch geplanten Gesetze unbedingt dem versprochenenen Fortschrittsgedanken folgen, zeigt nach Einschätzung der verschiedenen Pharmaverbände das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz (GKV-FinStG).
Dr. Marco Penske, Head Market Access und Healthcare Affairs bei Boehringer Ingelheim sowie stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Fachgesellschaft für Market Access, hat das am 20. Oktober verabschiedete Gesetz genauer unter die Lupe genommen und – aus der Perspektive eines global agierenden Pharmaunternehmens – die möglichen Konsequenzen analysiert. Penske befürchtet, dass mit den geplanten Maßnahmen Deutschland als Forschungsstandort unattraktiv werden könnte. Um die Innovationskraft in Deutschland zu stärken, fordert er deshalb: „Für die Regulierung von Arzneimitteln braucht es ein klares ordnungspolitisches Konzept, dass einerseits die Verfügbarkeit und Finanzierbarkeit von neuen Therapien sicherstellt und zum anderen den Standort Deutschland für Arzneimittelinnovationen nachhaltig stärkt.“

Im Bereich der Digitalen Gesundheitsanwendungen, kurz DiGA, zeigen sich spannende Entwicklungen, denn der Markt ist nicht nur für Startups attraktiv, sondern zunehmend auch für etablierte  Pharma- und MedTech-Unternehmen. Im Titelinterview hebt Hans-Holger Bleß, Partner bei der fbeta GmbH, hervor, dass der Impact der DiGAs derzeit für das Versorgungsgeschehen noch nicht besonders hoch sei, aber er prognostiziert den DiGAs eine wichtige Rolle im Gesundheitssystem der Zukunft. Das Potenzial der DiGAs liegt nach Ansicht von Bleß im Bereich der großen Volks- und lebensstilbedingten Krankheiten, wie Diabetes, Adipositas, aber auch bei psychischen Erkrankungen. „DiGAs können einen essenziellen Beitrag bei Krankheiten leisten, in denen mit eigenem Gesundheitsverhalten viel verändert werden kann. Oder sie stoßen in Versorgungslücken vor, wie z.B. der Psychotherapie, wo Patienten zum Teil mit sehr langen Wartezeiten bei Fachärzten konfrontiert sind.“ Der Mehrwert der Digitalen Gesundheitsanwendungen könnte noch weiter ausgeschöpft werden, „wenn wir die digitalen Potenziale wirklich aus Patienten- und auch aus Versorgungsperspektive mitdenken. Also weniger nach dem Motto agieren, was ist machbar, sondern vielmehr: Was wird wirklich benötigt?“, resümiert Hans-Holger Bleß.

Das Prinzip „Mehr Fortschritt wagen“ haben Dr. Matthias Ruhri und Manuel Leal Garcia, Co-Gründer und Geschäftsführer von Probando, einem österreichischen Startup, verinnerlicht. Im Interview machen sie deutlich, welche Ziele sie mit Probando erreichen möchten: Und zwar nichts weniger als die Welt der Studien nachhaltig zu verändern. Oder wie Manuel Leal Garcia es formuliert: „Ziel ist ganz klar, wir möchten die größte Plattform für Studien werden und den Patienten den Zugang so einfach wie möglich gestalten.“

Eine spannende Lektüre wünscht Ihnen

Jutta Mutschler
Leitende Redakteurin „Market Access & Health Policy“ (mutschler@healthpolicy-online.de)