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Bessere Therapieergebnisse

12.11.2018 12:50
Integriertes Personalisiertes Diabetes Management (iPDM) wirkt – das zeigen die Ergebnisse der Publikation des PDM-ProValue Studienprogramms. So können auf Basis des strukturierten, digital unterstützenden Prozesses effizientere und personalisierte Therapieentscheidungen datenbasiert getroffen und dadurch individuelle Therapieziele besser erreicht werden. Der HbA 1c-Wert sank bei Patienten in der iPDM-Gruppe laut Studie um durchschnittlich 0,5% innerhalb von 12 Monaten – ein Resultat, das vergleichbar mit dem einer medikamentösen Therapie ist.

Durch das PDM-ProValue Studienprogramm sei nach Einschätzung der Studienautoren erstmals der wissenschaftliche Nachweis erfolgt, dass mit integriertem Personalisiertem Diabetes Management ein strukturierter, digital unterstützter Prozess in der Therapie von insulinbehandeltem Typ-2-Diabetes wirksam ist. Die Ergebnisse zeigten damit auch, welche Chancen in der Digitalisierung des Gesundheitswesens stecken – denn mit Hilfe solcher digitaler Konzepte können nicht nur medizinische Parameter verbessert werden, die sich beispielsweise positiv auf Behandlungszufriedenheit oder Adhärenz auswirkten.

„ProValue liefert als die erste große Digitalisierungsstudie Deutschlands beeindruckende Ergebnisse. Integriertes Personalisiertes Diabetes Management kann die Diabetestherapie in mehreren Punkten entscheidend verbessern: der Interaktion zwischen Arzt und Patient, der Häufigkeit von Therapieanpassungen, der Adhärenz der Patienten und das bei höherer Zufriedenheit von Behandler und Patient. Der iPDM-Prozess ist damit hoch relevant für die klinische Praxis“, erklärt Prof. Bernd Kulzer, Mitglied des PDM-Pro Value Steering Committee.

Ziel der Studie – Nachweis der Wirksamkeit von iPDM

Ziel des PDM-ProValue Studienprogramms war der Nachweis der Wirksamkeit von integriertem Personalisiertem Diabetes Management (iPDM), einem digital unterstützen strukturierten Prozess zur Erleichterung der Entscheidungsfindung für Arzt und Patient bei der Diabetestherapie. iPDM bestehe aus sechs Schritten, die bei jeder Visite wiederholt würden. Dazu gehörten eine auf den Bedarf des Patienten abgestimmte Schulung, eine strukturierte Glukosemessung anhand von 7-Punkt-Profilen sowie die digitale Dokumentation der Daten. Daran anschließend erfolgt die ebenfalls digitale Auswertung und systematische Analyse der Werte. Auf diese Weise können individuelle Zielvereinbarungen festgelegt und eine individuell passende Behandlung durchgeführt werden. Abschließend werden die Ergebnisse der Therapiemaßnahmen gemeinsam von Behandler und Patient bewertet. Der digitalisierte Prozess ermöglicht es, dass anhand der Analyseergebnisse eine kontinuierliche Anpassung von Zielen und Behandlung erfolgt. Unterstützt werde der Behandler dabei durch die offene „Accu-Chek“ Smart Pix Software von Roche Diabetes Care, die es ihm ermöglicht, die Daten verschiedener Systeme einfach und schnell auszulesen.

Sowohl Behandler als auch Patienten profitieren

Desweiteren zeigen die Ergebnisse auch, dass Patienten deutlich von diesem Konzept profitieren können. Insulinbehandelte Typ-2-Diabetiker, die im Rahmen der Studie der iPDM-Gruppe angehörten, konnten ihren HbA 1c-Wert innerhalb von 12 Monaten um 0,5% senken. Der größte Anteil der Reduktion konnte innerhalb der ersten drei Monate nach Studienbeginn erzielt werden; im Anschluss blieb der HbA 1c-Wert auf einem stabilen Niveau. Die Reduktion war damit nicht nur signifikant höher als in der Kontrollgruppe, sondern auch vergleichbar mit den Resultaten einer medikamentösen Therapie.

Verschiedene Faktoren bilden Basis für den Erfolg

Der Erfolg von iPDM lässt sich aufgrund verschiedener Faktoren erklären. Durch digitale Softwarelösungen wie die „Accu-Chek“ Smart Pix Software und die auslesbaren „Accu-Chek“ Blutzuckermessgeräte, können Ärzte die Glukosedaten des Patienten leichter und schneller auswerten. Die Software schaffe einen besseren Überblick über die relevanten Daten und erleichtere die Analyse. Ihre Nutzung folge einem strukturierten Prozess, wodurch gezieltere Therapieentscheidungen erleichtert werden. So wurden in der iPDM-Gruppe signifikant häufiger medikamentöse Therapieanpassungen und Lifestyle-Änderungen durch die Behandler empfohlen als in der Kontrollgruppe.

Nach 12 Monaten schätzten die Ärzte in der iPDM-Gruppe ihre Patienten als adhärenter ein als noch zu Studienbeginn. Dieses Resultat erklären die Studienautoren durch eine höhere Motivation aufgrund bereits sichtbarer Therapiererfolge. Gleichzeitig konnte bei den Patienten der iPDM-Gruppe eine höhere Zufriedenheit mit der Behandlung festgestellt werden. Die Studienautoren machten in ihren Ausführungen deutlich, dass eine digital unterstützte Strukturierung Raum für andere Dinge biete, z.B. ausführliche Arzt-Patienten-Gespräche.
Neben der Zufriedenheit der Patienten war auch die Zufriedenheit der Ärzte Gegenstand der Untersuchung. Auch hier zeigte sich: Die ärztliche Zufriedenheit in der iPDM-Gruppe lag dabei bei allen Themenfeldern im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant höher.

Mit Hilfe des iPDM könne die Datenqualität verbessert, die Analyse erleichtert und mehr Zeit dafür verwendet werden, individuell auf die Bedürfnisse der Patienten einzugehen und so sowohl das Gespräch als auch die Therapie zu verbessern, so das Fazit der Studie.

 

Über das PDM-ProValue Studienprogramm

•  Prospektive, randomisierte, kontrollierte Studie
•  101 Hausarztpraxen und Diabetes-Schwerpunktpraxen
•  907 Patienten mit insulinbehandeltem Typ-2-Diabetes
•  Studiendauer: 12 Monate
•  Durchschnittlicher HbA1c zu Studienbeginn: 8,5 %

Ausgabe 06 / 2018

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