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Daten schaffen Werte

10.05.2012 12:13
Die große Datenflut macht auch vor der Healthcare-Branche keinen Halt. Gerade diese ist aber auf eine erfolgreiche Verwertung und Analyse von Daten angewiesen, will sie die Effizienz von Gesundheitsleistungen steigern und so dem zunehmenden Kostendruck entgegentreten. Eine Studie von IBM und dem Medienunternehmen „MIT Sloan Management Review“ hat den Einfluss moderner Analyseverfahren in der Gesundheitsbranche untersucht. Das Ergebnis: Die erfolgreichsten Player - „Top-Healthcare-Performer“ - setzen Analytics-Technologien viel stärker ein als die weniger erfolgreichen Marktteilnehmer. Ausgebremst werde die Analytics-Verbreitung laut Studienautoren durch fehlenden Zugang zu relevanten Daten sowie mangelndes Verständnis für deren Wertbeitrag. Basierend auf diesen Ergebnissen hat IBM eine fünfschrittige Vorgehensweise für die erfolgreiche Nutzung von Analytics-Technologien definiert.

>> Unter Analytics-Technologien verstehen die Autoren der neu veröffentlichten Studie mit dem Titel „The value of analytics in healthcare“ vor allem „neue intelligente Möglichkeiten, wie Organisationen Informationen sammeln, analysieren und nutzen können“. In Anbetracht der demografischen Entwicklung, der Zunahme von chronischen Erkrankungen und massiver Sparzwänge ließen sich gerade mit Hilfe dieser Technologien die Herauforderungen der Zukunft meistern. Diese bestünden darüber hinaus in der zunehmenden Komplexität des Marktes mit neuen Playern und intelligenten Geschäftsmodellen, wachsenden Ansprüchen der Patienten und neuen gesetzlichen Regulierungen.
Inwiefern die Analyse-Technologien bereits in die Betriebsabläufe von Healthcare-Unternehmen einbettet sind, stand im Fokus der Umfrage unter 130 Entscheidern aus Gesundheitsorganisationen.
Befragt nach ihrer eigenen Analytics-Reife schätzten sich 35 Prozent der Befragten als Anfänger ein. Sie gaben an, lediglich punktuell Analytics-Technologien zu nutzen, um etwa in einem bestimmten Bereich Kosten zu sparen. 48 Prozent zählten sich zu den Analytics-Erfahrenen, die die Technologien bereits eingebunden haben und einen weiteren Ausbau planen, um zum Beispiel Umsätze zu steigern. Lediglich 16 Prozent halten sich laut Umfrage für „echte Analytics-Unternehmen“. Diese Gruppe hat offenbar die Analyse in ihre Unternehmenskultur integriert und geht davon aus, dass dies bereits zum Umsatzwachstum führt.
Die Verfasser der Studie kommen zu dem Ergebnis, dass es große Unterschiede zwischen den erfolgreichen Healthcare-Unternehmen und den übrigen Firmen bezüglich der Analytics-Nutzung gibt. Demnach lassen sich 54 Prozent der „Top-Perfomer“ bei ihren Strategien von Analytics-Technologien führen; im Gegensatz zu lediglich 32 Prozent der übrigen Unternehmen. Außerdem nutzen 65 Prozent der erfolgreicheren Unternehmen Analytics-Technologien in den Units Sales und Marketing – das tun bei den weniger erfolgreichen Firmen lediglich 40 Prozent.
Diese Ergebnisse der Studie suggerieren, dass die Daten-Analyse erheblich zum Erfolg von Unternehmen beiträgt. Es liegt also nur noch auf der Hand, zu hinterfragen, warum entsprechende Technologien sich noch nicht vollends etabliert haben. Die Autoren der Studie gingen auch dieser Frage nach und fanden heraus, dass die Einführung von Analytics-Technologien auf dem Gesundheitsmarkt durch mehrere Faktoren gehemmt wird, nämlich:
• mangelnde Fähigkeiten, relevante Daten zu erhalten – trotz der Datenfülle (von 40 Prozent der Befragten genannt)
• 35 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Unternehmenskultur den Informationsaustausch nicht unterstützt.
• 34 Prozent der Umfrage-Teilnehmer beklagten fehlendes Verständnis seitens des Managements für die Vorteile von Analytics-Technologien.
• 23 Prozent nannten fehlende interne Kompetenzen.
Manuela Müller-Gerndt, Healthcare Leader IBM, betonte anlässlich der Veröffentlichung der Studienergebnisse, dass die Datenflut aufgrund von ausgefeilteren Diagnosemöglichkeiten, engmaschigerer und mobiler Überwachung sowie zunehmender Vernetzung verschiedener Akteure untereinander sich künftig noch potenzieren wird.

„Wer bereits jetzt alle relevanten Daten identifiziert hat und sie entsprechend nutzt, ist für die Zukunft gut gerüstet“, stellte sie fest. Organisationen, die „noch nicht soweit sind“, können Analytics-Technologien jedoch auch kurzfristig nutzen, hieß es weiter in der IBM-Pressemitteilung, wenn sie fünf folgende Schritte berücksichtigen:
1. Konzentration auf aussichtsreiche und wichtige Geschäftsfelder;
2. Durch gezielte Fragen Probleme rechtzeitig erkennen;
3. Analyse-Ergebnisse müssen zu Handlungen und messbaren Ergebnissen führen.
4. Neue Analytics-Technologien setzen auf vorhandene Technologien, Daten und Fähigkeiten auf.
5. Entwicklung einer zukunftsgerichteten Informationsagenda. <<

Ausgabe 03 / 2012

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