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Ready to Mobile?

10.05.2012 12:09
Es ist noch gar nicht so lange her, da galten die Ärzte und Apotheker noch als internetfeindlich. Doch längst ist diese Berufsgruppe im Internet-Zeitalter angekommen. So stellt sich heutzutage nicht mehr die Frage, ob das Internet grundsätzlich im Alltag der Mediziner eine Rolle spielt, sondern vielmehr: Inwieweit ist der nächste große Trend, nämlich Mobile Internet, bei den Health Professionals angekommen? Und welche Unterschiede gibt es unter den Fachgruppen Ärzte, Apotheker, Medizinstudenten oder PTA? DocCheck hat diese Fragen in einer Studie untersucht und versucht herauszufinden, ob die Healthcare Professionals „bereit“ sind - für eBooks, Apps und mobile Lesegeräte.

>> An der DocCheck-Befragung zum Thema „Mobile Endgeräte und Apps“ haben sich insgesamt 638 Personen aus medizinischen Fachkreisen beteiligt, darunter Ärzte, Heilpraktiker, Apotheker und Studenten. Drei Viertel von ihnen gaben an, derzeit ein mobiles Endgerät in Form eines Smartphones, eines Tablet PCs oder eines eBook-Readers zu besitzen. Laut Studienergebnissen ist die Verbreitung unter Apothekern, Heilpraktikern und PTAs/MTAs derzeit noch am niedrigsten. Von Denjenigen, die noch kein mobiles Endgerät besitzen, plant immerhin ein Viertel den Kauf eines solchen. „Vor allem Smartphones und eBook-Reader sind hier von Interesse, unter Studenten spielen auch Tablet PCs eine Rolle“, so die Studienautoren. Offenbar sind es vor allem finanzielle Gründe, die die Kaufabsicht hemmen.
Bei der Befragung kam heraus, dass bei den Smartphone-Besitzern Geräte von Apple und Samsung zu gleichen Anteilen vertreten sind. Andere Hersteller scheinen derzeit nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. Unter den Tablet PCs liegen die Apple-Geräte iPad 1 und iPad 2 allerdings am weitesten vorn und werden von etwa einem Drittel aller Tablet-PC-Besitzer genutzt. Im Besonderen scheint das iPad 2 in der Gruppe der Befragten stark verbreitet zu sein, „vor allem wenn man bedenkt, dass dieses erst seit knapp einem Jahr auf dem Markt ist“, merken die DocCheck-Experten an. Unter den eBook-Readern ist das Kindle 3 am weitesten verbreitet, nämlich bei jedem zehnten eBook-Reader-Besitzer. Die Hälfte der eBook-Reader-Besitzer nutzt dieses Endgerät laut Studie täglich oder zumindest wöchentlich. Tablets würden hingegen häufiger genutzt - vier von fünf Befragungsteilnehmern gaben an, dieses täglich zu verwenden.

Apps & eBooks im Kommen

Laut DocCheck nutzen etwa zwei Drittel der Befragten medizinische Apps. Deutliche Zurückhaltung sei jedoch unter den Apothekern zu beobachten. Hinsichtlich der genutzten Apps selbst entsteht ein heterogenes Bild, auch innerhalb der untersuchten Subgruppen. Besonders hervorgetan haben sich zwei Apps: „Arznei aktuell“ (genannt von 17%) und „Medikamente (Rote Liste)“ (13%). Ärzte verwenden vor allem facharztspezifische Apps (12%) und medizinische Kalkulationsprogramme/Formelrechner (11%). Studenten nutzen hingegen vor allem Anatomie-Apps (12%) oder Lernhilfen (22%). Die Studie enthielt auch die Frage, welche der Apps aufgrund ihrer Nutzerfreundlichkeit weiterempfohlen werden würde. Auch hier traten „Arznei aktuell“ (genannt von 21%) und „Medikamente (Rote Liste)“ (17%) als Favoriten hervor.
Fast alle Befragten (knapp 90%) gaben an, eBooks zu kennen und schon einmal ein entsprechendes Produkt gekauft zu haben. Allerdings zieht immerhin über ein Viertel der Befragten (27%) nach wie vor normale Bücher den eBooks vor; und ein Fünftel gibt an, dass das Lesen von eBooks auf Smartphones eher unangenehm ist. Das Lesen von eBooks auf Tablet PCs wird lediglich von einem kleinen Teil (5%) als unangenehm empfunden. Als Bezugsquelle für eBooks hat sich offenbar Amazon behaupten können. Personen, die schon einmal eBooks erworben haben, gaben an, vor allem über diesen Online-Händler Produkte bezogen zu haben (51%). Weitere große Anteile entfielen auf die Bezugsquellen iTunes (41%) und den Kindle-Shop (40%). Als wichtigstes Kaufkriterium gaben die Befragten den günstigen Preis bei eBooks an (33%); vor allem günstiger als ein normales Buch soll ein eBook ihrer Ansicht nach sein. Eine unkomplizierte Abwicklung des Kaufs sowie eine Kompatibilität der eBook-Formate mit verschiedenen Endgeräten spielen darüber hinaus ebenfalls eine Rolle. „Insgesamt zeigt sich“, so das Fazit der Studienautoren, „dass eine Vielzahl von Aspekten berücksichtigt werden muss - sowohl in Hinblick auf die Aufbereitung der Kaufabwicklung als auch auf die angebotene Literatur.“
Die Umfrage-Teilnehmer lesen laut Studie eBooks vorwiegend auf dem Tablet PC. Vor allem wissenschaftliche Texte werden als eBook eher auf dem Tablet PC als auf dem Smartphone gelesen, so ein weiteres Ergebnis. Etwa ein Fünftel bevorzugt jedoch nach wie vor Büchern und Zeitschriften aus Papier. Wenn aber eBooks gelesen werden, dann verwendet knapp der Hälfte aller Befragten die App „iBooks“; 40 Prozent nutzen den Adobe Reader und weitere 35 Prozent Kindle von Amazon. Besonders wichtig ist den Befragten nach eigenen Angaben, dass die jeweilige App in der Lage ist, Schriftgrößen individuell anzupassen (57%) sowie über eine Such- und eine Markierfunktion verfügt (56% bzw. 50%). Die meisten Apps scheinen diesen Anforderungen Genüge zu leisten - zwei Drittel geben an, derzeit keine Funktionen bei einer eReader-App zu vermissen.
In der Studie wurden auch die Bekanntheit von so genannten enhanced eBooks (also eBooks, die über den eigentlichen Text hinaus auch multimediale Elemente wie Bilder, Audios und Videos enthalten) unter die Lupe genommen. Diese sind laut Untersuchung bei etwa zwei Dritteln der Befragten bekannt, und etwa jeder zehnte hat bereits Erfahrungen mit ihnen gesammelt. Die Befragten haben in diesem Zusammenhang vor allem die multimedialen Elemente sowie weiterführende Texte als wichtig gewertet. Besonders interessiert zeigten sie sich außerdem an interaktiven Elementen wie der Nutzung von Lern-Tools und der Befragung von Experten. Spielerische Elemente scheinen derzeit allerdings von geringerer Bedeutung zu sein. Insgesamt zeigte sich weniger als die Hälfte der Befragten bereit, mehr Geld (durchschnittlich gut ein Viertel mehr) in ein enhanced eBook zu investieren.
Hinsichtlich der DRM-Verfahren (Digital Rights Management) fand DocCheck heraus, dass diese derzeit einem Drittel der Befragten bekannt sind, vor allem „Adobe DRM geschützt“. Insgesamt werden diese Verfahren zwar als leicht verständlich, gleichzeitig aber auch als Mehraufwand betrachtet, berichten die Studienautoren.
Zusätzlich wurden bei der Studie die Befragten danach unterschieden, ob sie eBooks kennen und nutzen (eBook-Nutzer), beziehungsweise ob sie diese zwar kennen, jedoch nicht nutzen (eBook-Nicht-Nutzer). Das Ergebnis: Die eBook-Nutzer besitzen häufiger mobile Endgeräte (98% vs. 86%); etwas häufiger ein Smartphone von Apple und deutlich häufiger ein iPad (35% vs. 25%). Diese Gruppe nutzt auch etwas häufiger medizinische Apps. „Sie scheinen dem Thema also insgesamt etwas offener gegenüberzustehen und sich mehr damit auseinanderzusetzen“, so die DocCheck-Experten. Dazu passe auch die Feststellung, dass eBook-Nutzer enhanced eBooks häufiger bekannt sind (64% vs. 52%), und dass sie auch häufiger bereits Erfahrungen mit ihnen gesammelt haben (18% vs. 7%). Die Zahlungsbereitschaft für ein enhanced eBook sei unter den eBook-Nutzern hingegen etwas geringer als unter eBook-Nicht-Nutzern. <<

Ausgabe 03 / 2012

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