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TK: Mit Lieblingsmusik gegen Tinnitus

16.09.2015 12:15
Die Techniker Krankenkasse (TK) übernimmt als erste Krankenkasse die Kosten für die Therapie-App "Tinnitracks". Bundesweit leiden rund drei Millionen Menschen an einem Tinnitus. Das Projekt, an dem sich 30 HNO-Ärzte vor Ort beteiligen startet im Oktober in Hamburg. Alles, was die Patienten für die Therapie benötigen, sind ein Smartphone und passende Kopfhörer.

Hinter dem mehrfach ausgezeichneten Medizinprodukt steckt die Idee, dass das Hören von speziell frequenzgefilterter Musik die überaktiven Nervenzellen im Gehirn, die für den Dauerton verantwortlich sind, beruhigt und so das störende Ohrengeräusch nachhaltig reduziert.

Dazu Jörg Land, Geschäftsführer des Hamburger Start-Up Unternehmens Sonormed, der mit Tinnitracks im Frühjahr den internationalen Gründerpreis im Bereich Medizin nach Deutschland holte: "Die Erstattung unserer Therapieoption durch eine gesetzliche Krankenkasse ist nach der langen Entwicklung und Markteinführung ein entscheidender Durchbruch für uns. Es ist ein Meilenstein für Sonormed und eine große Chance für die Versicherten. Es zeigt die Innovationsstärke der digitalen Medizin."

Das Angebot sieht zudem die fachärztliche Begleitung der Patienten vor. Dazu hat die TK den Versorgungsvertrag auch mit dem Deutschen Berufsverband Hals-Nasen-Ohrenärzte e. V. geschlossen. Dr. Dirk Heinrich, Präsident des Bundesverbandes: "Wir HNO-Ärzte wollen bei diesem neuen Verfahren sicherstellen, dass alle möglichen Ursachen für Tinnitus vor Behandlungsbeginn von uns geklärt werden und freuen uns, dass dann mit Tinnitracks ein hoffnungsvolles neues Therapieverfahren nun zu einer breiteren Anwendung kommt."

Vor der Behandlung zum HNO-Arzt

Bevor die Tinnitracks-Behandlung losgehen kann, muss ein Hörgeräteakustiker oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt die jeweilige Tinnitus-Frequenz bestimmen. Zusammen mit der Lieblingsmusik wird diese Information auf den Tinnitracks-Server hochgeladen, wo ein elektronischer Filter die Therapieeignung der Musikstücke prüft und aus den geeigneten genau den Frequenzbereich des individuellen Tinnitustons entfernt. Die gefilterten Signale stimulieren auf diese Weise nur die Nervenzellen, die außerhalb der Tinnitus-Frequenz des Betroffenen liegen und hemmen die gereizten Zellen. Die Verwendung der eigenen Lieblingsmusik hat einen weiteren Vorteil: Zum einen werden dadurch positive Emotionen ausgelöst und zum anderen durch die Hormonausschüttung Lernvorgänge im Gehirn begünstigt, die sich positiv auf die Nervenzellen auswirken, die den Tinnutus verursachen.

TK startet Projekt mit Hamburger Ärzten

Ab Oktober kann die Tinnitracks-Behandlung von TK-Versicherten in Anspruch genommen werden. Das Ziel: Erste Erfahrungen mit Tinnitracks als Behandlungsalternative unter Routinebedingungen zu sammeln und das Behandlungskonzept bei Erfolg bundesweit auszurollen. "In der vergangenen Zeit haben sich Apps einen Weg in die Gesundheitsversorgung gebahnt und werden dort künftig einen festen Platz einnehmen. In der Tinnitracks-App sehen wir eine gute Möglichkeit zur konventionellen Therapie und wollen damit einen Teil zur digitalen Versorgung beitragen", sagt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg. Insgesamt nehmen rund 30 Hals-Nasen-Ohren-Ärzte in Hamburg am Projekt teil. Patienten können unabhängig von ihrem Wohnort teilnehmen, wenn sie bei einem dieser Ärzte in Behandlung sind.

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