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„Rabattverträge sind ein Maßstab für die gesetzliche Krankenversicherung überhaupt“

07.06.2017 15:54
„Als wir vor zehn Jahren die ersten Arzneimittelrabattverträge ausgeschrieben haben, versuchten die großen Pharmahersteller, das neue Verfahren auszubremsen. Das ist ihnen nicht gelungen. Die Gesetzliche Krankenversicherung verdankt unserer Initiative inzwischen Einsparungen in Höhe von bisher 20 Milliarden Euro.“ So bilanziert Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, das erste Jahrzehnt der Rabattvertragsausschreibungen.

Zum 1. Juni 2017 treten neue bundesweite AOK-Arzneimittelrabattverträge in Kraft. Die inzwischen 18. Tranche löst überwiegend die zum 31. Mai ausgelaufenen Versorgungsvereinbarungen der Tranche AOK XIV ab. Die neuen Kontrakte mit insgesamt 39 pharmazeutischen Unternehmen und Bietergemeinschaften laufen über zwei Jahre und betreffen 108 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen. Darunter befinden sich besonders umsatzstarke Arzneimittel wie der Magensäurehemmer Omeprazol, der Cholesterinsenker Simvastatin oder das Schmerzmittel Ibuprofen. Das jährliche AOK-Umsatzvolumen mit den Präparaten der Tranche XVIII beträgt rund 1,8 Milliarden Euro.

Der Verhandlungsführer für die bundesweiten AOK-Arzneimittelrabattverträge, Baden-Württembergs AOK-Chef Dr. Christopher Hermann, geht von einem reibungslosen Vertragsstart aus. „Unsere Vertragspartner hatten eine ausreichende Rüstzeit“, sagte Hermann Anfang Juni in Stuttgart. „Die AOK räumt den Unternehmen einen komfortablen Vorbereitungszeitraum ein. Der Gesetzgeber hat dieses Verfahren mit dem Anfang Mai in Kraft getretenen Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz jetzt auch zum Maßstab für die gesetzliche Krankenversicherung insgesamt gemacht.“

Der Chef der Südwest-AOK weist auf den Entlastungseffekt der Arzneimittelverträge hin: „2016 haben die Krankenkassen nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums 3,85 Milliarden Euro weniger für Medikamente ausgeben müssen. Die Erlöse lagen damit nochmals 300 Millionen Euro über denen des Jahres 2015. Das Einsparvolumen der AOK-Gemeinschaft betrug 2016 rund 1,6 Milliarden Euro. Das sind Einsparungen im Interesse unserer Versicherten und einer besseren Versorgung, denn die hohe Qualität der Arzneimittelversorgung bleibt unangetastet“, betont Hermann.

Die neuen Verträge hat die AOK in 110 Fachlosen vergeben. Für 16 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen wurden in allen acht Vergaberegionen Verträge mit mehreren Unternehmen abgeschlossen. Das betrifft neben Omeprazol und Simvastatin auch Blutdrucksenker wie Losartan, Amlodipin oder Lisinopril oder das Epilepsie-Mittel Lamotrigin, zwei Medikamente gegen bakterielle Infektionen sowie Mirtazapin zur Behandlung von Depressionen.

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