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Gesundheit und Klimawandel: Was kann die NAKO Gesundheitsstudie beitragen?

15.10.2019 18:22
Im Kampf gegen die Effekte des Klimawandels auf die Gesundheit können bevölkerungsbasierte Studien, wie die NAKO Gesundheitsstudie (NAKO), einen wichtigen Beitrag leisten. Die NAKO ist eine Langzeitstudie, die bundesweit die Gesundheit von mehr als 200.000 Erwachsenen untersucht. Die Studie stellt – erstmalig in Deutschland für eine so große Anzahl an Personen – eine geografisch breit aufgestellte, komplexe Erhebung gesundheitsrelevanter Daten für die Wissenschaft dar.

„Für Fragestellungen zu den gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels bietet die NAKO Gesundheitsstudie einen idealen Datenschatz“, sagt Dr. Alexandra Schneider vom Institut für Epidemiologie des Helmholtz Zentrums München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH).

Der Klimawandel tritt unter anderem durch Extremwetterlagen wie Hitzewellen und Dürreperioden in Erscheinung. Diese meteorologischen Veränderungen haben direkte und indirekte Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen weltweit: steigendes hitzebedingtes Krankheitsgeschehen und eine ansteigende Zahl von hitzebedingten Todesfällen, Verschlechterung von chronischen Krankheiten, Zunahme von Infektionserkrankungen etc.

„Dank der umfangreichen Datenerhebung ermöglicht uns die NAKO uns, auf eine bis dato in Deutschland einzigartige Weise die zeitliche und räumliche Variabilität von beispielsweise Wetter, Luftverschmutzung und Grünflächenverteilung zusammen mit individuellen und regionalen Einflussgrößen zu untersuchen. So können z. B. frühe körperliche Reaktionen auf heiße und kalte Tage untersucht werden“, fasst die Münchener Wissenschaftlerin zusammen.

Um den Einfluss von Wetter und Klima auf kardiovaskuläre, metabolische und kognitive Funktionen zu untersuchen, haben sich Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen in der NAKO-Expertengruppe Umwelt zusammengeschlossen. Die Verknüpfung der NAKO-Daten mit einer deutschlandweiten Umweltdatenbank wird aufschlussreiche Informationen zur Bekämpfung von negativen Umwelteffekten auf die menschliche Gesundheit liefern, so Dr. Alexandra Schneider. Die NAKO-Experten planen, Lufttemperatur- , Feuchte- und UV-Modelle mit Gesundheitsdaten und individuellen und regionalen Merkmalen anhand des Untersuchungsdatums und der geokodierten Teilnehmeradressen zu verknüpfen, was zu einem ganz neuen Verständnis der zugrunde liegenden physiologischen Reaktionen maßgeblich beitragen wird. Darüber hinaus wird es innerhalb der NAKO möglich sein, Wechselwirkungen zwischen Wetter, Klima und anderen Umwelteinflüssen wie Luftverschmutzung oder Lärm zu quantifizieren.

„Daraus lassen sich für verschiedene Bevölkerungsuntergruppen unterschiedliche Expositions-Wirkungs-Funktionen ableiten, anhand derer besonders gefährdete Subpopulationen in Deutschland identifiziert werden können“, merkt Prof. Dr. Annette Peters, NAKO Vorstandsvorsitzende und Institutsleiterin des Instituts für Epidemiologie am Helmholtz Zentrum München, an. „Auf der Basis dieses Informationsschatzes können spezifische gesundheitspolitische und medizinische Interventionen und Strategien entwickelt werden. Gerade in Bezug auf den Klimawandel ist es wichtig, bereits jetzt auftretende Gesundheitsauswirkungen zu erfassen und rechtzeitig die richtigen Adapatationsstrategien für die deutsche Bevölkerung zu planen.“

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