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Stada Gesundheitsreport 2019: Deutsche bei Vorsorgeuntersuchungen vorne

22.10.2019 13:07
Wie verhalten sich die Deutschen - im Vergleich zu anderen Europäern - beim Besuch in Arztpraxis oder Apotheke? Was wissen Sie über Prävention, Medikamente und Krankheiten? Diese und andere Fragen hat der Stada Gesundheitsreport 2019 untersucht. Das Ergebnis: Die Deutschen erwarten von ihren Ärzten neben medizinischem Fachwissen vor allem auch zwischenmenschliche Kompetenz. In puncto Wissen über Medikamente liegt die Bundesrepublik oft hinten, dafür wird Vorsorge in Deutschland ernster genommen als in vielen anderen Ländern.

Grundsätzlich sagen 62 Prozent der Deutschen, sie vertrauen noch stark der klassischen Schulmedizin. In Spanien und UK ist dieser Vertrauensbonus mit jeweils 76 Prozent viel stärker ausgeprägt. Besonders fordernd sind die Deutschen im europäischen Vergleich, wenn es um zwischenmenschliche Fähigkeiten beim Arzt oder Preisvergleiche in der Apotheke geht. Beim Arzt geht es den Bundesbürgern den Untersuchungsergebnissen zufolge vor allem darum, dass ihr Doktor die eigenen Sorgen ernst nimmt (61 Prozent/ Europadurchschnitt 41 Prozent) und gut zuhören kann (48 Prozent/ Europadurchschnitt 35 Prozent). In der Apotheke möchten die Deutschen oft über Preise sprechen: Jeder Vierte fragt dort bei der Beratung, ob es nicht noch eine günstigere Variante des Medikaments gibt (Europadurchschnitt 19 Prozent). Dafür fragen nur 30 Prozent der Bundesbürger in der Apotheke gezielt nach der Wirkung des Präparats oder möglichen Nebenwirkungen (Europadurchschnitt 39 Prozent).

Beim Blick auf den Wissensstand würden, so Stada, sich diese Rückfragen aber womöglich anbieten: Nur die Hälfte der Deutschen weiß laut den Ergebnissen, was hinter dem Begriff Generikum steckt, europaweit wissen das 63 Prozent, in Spanien und Italien sogar 90 Prozent. Auch bei der Bedeutung von Probiotika stehen die Bundesbürger noch oft auf dem Schlauch: 59 Prozent kennen die Bedeutung, im europäischen Durchschnitt wissen hier 64 Prozent Bescheid. 18 Prozent der Deutschen halten Probiotika fälschlicherweise für einen Fachbegriff für Joghurts und joghurthaltige Getränke. Immerhin: Bei Biosimilars, die für die medizinische Versorgung immer wichtiger werden, kennen sich schon 22 Prozent der Bundesbürger aus. Damit liegt die Republik hier knapp über dem Durschnitt von 19 Prozent.

Vorbildlich hingegen verhielten sich die Deutschen - verglichen mit anderen Ländern - beim Thema Vorsorgeuntersuchungen. Jeder zweite Bundesbürger weiß um die Wichtigkeit von Brust- oder Hautkrebsprävention. Europaweit halten nur 39 Prozent Vorsorgeuntersuchungen für wichtig. Dazu gibt es in Deutschland noch 17 Prozent, die zumindest ausgewählte präventive Untersuchungen machen (europäischer Durchschnitt 12 Prozent). Weitere 18 Prozent der Bundesbürger sagen, dass sie grundsätzlich keine Vorsorge betreiben und erst zum Arzt gehen, wenn sie krank sind oder Probleme haben. Damit ist Deutschland in diesem Punkt letzter. Denn europaweit handeln 34 Prozent nach diesem Gusto und lehnen Prävention ab.

Hintergrund:
Die Befragung für den Stada Gesundheitsreport 2019 wurde vom Marktforschungsinstitut Kantar Health im Auftrag der Stada Arzneimittel AG durchgeführt. Unter den 18.000 Befragten waren jeweils rund 2.000 Menschen aus Deutschland, Belgien, Frankreich, Italien, Polen, Russland, Serbien, Spanien und dem Vereinigten Königreich.

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